Abschnitt 0 – Was muss ich Wissen bevor ich mit dem Training anfange?
Abschnitt 1 – Einteilung der Trainingsperioden
Abschnitt 2 – Was ist Training? Welcher Pulsbereich? Warum Pulsmessung?
Abschnitt 3 – Grundlagentraining
Vielleicht könnt Ihr für Eure Trainings- und Jahresplanung einiges von dem brauchen, was ich hier schreiben werde. Es geht um die Gestaltung des Trainings über ein Jahr hinweg. Mit allem was dazugehört. Deswegen wird das auch eine längere Sache, fast ein Buch, da sich alles in einem kurzen Text gar nicht zusammenfassen lässt. Allerdings werde ich Euch nicht alles verraten, einige Sachen lernt man nur durch eigene Erfahrungen, da wird auch viel lesen nichts helfen.
Wer weitergehende Fragen hat kann sich gerne direkt an mich wenden, oder über "Barkhorn-DLS Personal Training" Kontakt aufnehmen.
Wenn ich erst mit dem Training beginne oder meine Leistungen, im Umfang oder der
Intensität, steigern will, sollte ich mir einen Gang zum Arzt oder Sportmediziner
gönnen und mich checken lassen. Vielleicht sogar eine Leistungsdiagnostik, um
über meine aktuellen Trainingsbereiche Bescheid zu Wissen.
Ich habe bereits einige Leistungsdiagnostiken mitgemacht, habe meine Trainingswerte
über mehrere Jahre beobachtet und kann meine Pulswerte mit meinem körperlichen
Empfinden ganz gut einschätzen. Daher reicht es mir mich so alle zwei Jahre mal auf
dem Fahrradergometer checken zu lassen.
Aber das ist meine jahrelange Erfahrung mit Sport, als Einsteiger sollte man es da genauer
nehmen, da das Empfinden und die tatsächliche Belastung sich deutlich voneinander
unterscheiden können.
Und dass zwei Wochen im Frühjahr überzocken ausreicht, um die nächsten 10
Monate sportlich kein Bein mehr auf den Boden zu bringen, habe ich auch schon in meinem ersten
Triathlonjahr am eigenen Körper erfahren können. Lang ist es her!
Fast genauso wichtig, vor allem für die Motivation, sind die Ziele. Ich versuche mein
Sportjahr als Projekt zu sehen. Und da benötige ich natürlich ein oder mehrere
konkrete Ziele. Die Ziele sollen ehrgeizig gesetzt werden. Nicht unerreichbar, aber es muss
auch eine gewisse Herausforderung darin liegen.
In meinem Beispiel sind das einige Aufbauziele (A) und in diesem Jahr zwei Höhepunkte
(H), die in einem Zeitraum von 2 bzw. 4 Wochen stattfinden.
So etwas nennt sich zweigipflige Periodisierung. Erster Gipfel ist die zweite Maihälfte mit einem
Sprintrennen und einer langen Ausdauertour. Der zweite Gipfel ist von Mitte September bis Anfang Oktober mit
zwei Marathons über etwa 40 Kilometer.
Davor liegen jeweils Vorbereitungsperioden mit Aufbauwettkämpfen und Spaßzielen, z.B. dem
Techniktraining und das Trailwochenende.
Das müssen auch nicht unbedingt Wettkämpfe bei Euren Zielen sein. Vielleicht wollt Ihr endlich mal diese großl;e Runde fahren, von der Ihr schon lange träumt. Oder endlich dieses knifflige Stück runterkommen, wo bisher immer das Muffensausen in letzter Sekunde gewonnen hat. Eure persönlichen Ziele.
Die Mittel für dieses Projekt sind natürlich auch nicht unendlich. Allen voran die Zeit!
Bei mir sind es vor allem die Arbeit und die Familie, die sich direkt auf das Zeitbudget für mein Training
auswirken. Bei Euch sind es vielleicht Schule oder Studium, oder die neue Freundin oder Freund. Hier muss man sich
klar werden, dass man mit seinem Sport in der Regel kein Geld verdient und es daher vor allem Spaßl; machen soll.
Auch der Familie oder der Freundin! Also, teilt Euch die Zeit für das Training so ein, dass es für Eure
Ziele reicht und keiner vernachlässigt wird. Temporär ist das vielleicht mal möglich, aber nicht auf Dauer.
Zeitmanagement ist also gefragt. Ich habe für meine Ziele dieses Jahr entschieden, dass es mir sehr wichtig ist die
Schwäbische Alb zu überqueren und im Herbst die beiden Marathons mit Vollgas fahren zu können. Daher werde
ich dann zum Beispiel auch zwei bis dreimal in der Woche morgens zwischen 05:00 und 08:00 Uhr trainieren. Entweder vor
dem Büro, oder vor dem Frühstück (und dann gleich Brötchen mitbringen). Da meine Frau im Triathlon
recht aktiv und erfolgreich ist, will sie natürlich auch entsprechende Trainingszeiten zur Verfügung haben.
Mit diesen drei Bereichen wären die grundlegenden Ausgangspunkte festgemacht:
Dann kann es jetzt losgehen mit dem Training.
OK, es geht immer noch nicht los. Ich bin immer noch in der Theorie. Damit es nicht zu trocken wird, stelle ich Euch mal meine Jahresplanung 2009 vor. Ich teile mir die Trainingsplanung in unterschiedliche Abschnitte ein, Grundlage – Vorbereitung – Wettkampfvorbereitung – Wettkampf. Und nicht erschrecken, meine Trainingsjahre gehen immer vom 01.10. bis 30.09., angepasst an die Rad- und Wettkampfsaison.
Grundlage I
10.08 – 12.08: Erholung von der Saison 2008, aktive Erholung, Technik, Spaß und Spiel
01.09.: 1. Test und Standortbestimmung, Grundlagentraining, Technik
02.09.: Grundlagentraining, Technik
Vorbereitung I
03.09.: 2. Test, Grundlagentraining, Technik, 10 Tage Trainingslager
Wettkampfvorbereitung I
04.09.: Grundlage, Technik, Tempo, Kraft
Wettkampf I
05.09.: 3. Test, Grundlage, Sprints und Intervalle, Bike the Rock, Albüberquerung
Vorbereitung II
06.09. – 07.09.: aktive Erholung, Technik, Grundlage
Wettkampfvorbereitung II
08.09.: 4. Test, Grundlage, Technik, Tempo, Kraft, 10 Tage Trainingslager
Wettkampf II
09.09.: Grundlage, Sprints und Intervalle, Lemberg Race
10.09.: Grundlage, Sprints und Intervalle, Lautertal Bikemarathon
Mit dieser zeitlichen Verteilung lege ich auch den Jahresaufbau und die verschiedenen Intensitäten
fest. Es bringt ja nichts im Januar und Februar schon Intervalle und Sprints und Berge zu fahren, wenn
noch die Grundlagen fehlen und die Ausdauer noch nicht da ist. Ich vergleiche das immer mit einer Pyramide.
Die Pyramide muss unten breit und stabil sein, im Training ist das die Grundlagenausdauer, um solide in
der Mitte, mit Intervallen und Kraft, die absolute Spitze, Sprints und Tempohärte, tragen zu
können. Und wenn die Grundlage nicht da ist, wird das eine wacklige Angelegenheit. Das bedeutet im
Sport dann meist Verletzungen, Krankheiten und eventuell sogar Übertraining und damit eine verzockte Saison.
Und damit komme ich gleich auf den nächsten Punkt.
Die zeitlichen Abschnitte unterscheiden sich natürlich in der Trainingsintensität und den Schwerpunkten, die im Training angestrebt werden.
Das wäre jetzt mal der erste Teil. Im nächsten Teil geht es in den Abschnitten 2 und 3 um die Grundlagen- und Vorbereitungsphasen. Was ist Grundlage? In welchem Pulsbereich muss ich da trainieren? Wie finde ich den Pulsbereich heraus? Usw.
Wenn es Euch gefallen hat, lasst es mich Wissen. Und wer Fragen hat kann sich natürlich auch gerne melden.
Kontakt: dirk(at)5-t-dimension(punkt)de
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